Bücher aus Frankreich - Littell
Littell, Jonathan
Jonathan Littell ist 1967 in New York geboren worden und hat in den USA und in Frankreich gelebt.
Er hat lange Zeit für die humanitäre Organisation „Action contre la faim" gearbeitet, u.a. in
Bosnien-Herzegowina und Tschetschenien.
Les Bienveillantes war sein erstes Werk.
Folgende Titel zum Thema Jonathan Littell / Les Bienveillantes
- französische Ausgabe sind zu finden bei
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in FRANZÖSISCH.
Les Bienveillantes
Die fiktiven Lebenserinnerungen von Max Aue, Offizier der Waffen-SS, zuständig für die Organisation der „Endlösung": Diese schwindelerregende Beschreibung des Holocausts aus der Perspektive der Täter, die auf über 1000 Seiten an konkreten und teilweise ekelerregenden Beschreibungen nicht spart, ist ein Versuch, das Unfassbare greifbar zu machen.
Das Buch ist hervorragend dokumentiert und minutiös, zeigt die administrative, technische und entmenschlichte Organisation des Holocausts und ist möglicherweise deshalb so unerträglich zu lesen, weil es der Wahrheit sehr nahe kommt - einer Wahrheit jedoch, die heute noch kaum fassbar und in höchstem Maße erschreckend ist.
Dieser Roman wurde in Frankreich beim Erscheinen heftig diskutiert, teils in den Himmel gelobt, teils verrissen - kaltgelassen hat er niemanden. Das Unterfangen, das Böse von innen heraus zu beschreiben, ist sicherlich nicht neu, doch in dieser Form ist es auf jeden Fall einmalig. (Nicht-Muttersprachler sollten sich allerdings nur mit sehr guten Französischkenntnissen daran wagen.)
Les Bienveillantes bekam im gleichen Jahr (2006) zwei der wichtigsten Literaturpreise, eine sehr seltene Ehre, den Prix Goncourt und den Prix der Académie Française.
Die sachlichen und sprachlichen Fehler, die dem Autor gemeldet wurden, sind in der Taschenbuchausgabe korrigiert worden.
Titel der deutschen Ausgabe: "Die Wohlgesinnten".-
Les Bienveillantes décryptées: Carnet de notes
von Marc Lemonier
Der Roman „Les Bienveillantes" wimmelt von Personen, Orten, Abkürzungen und fremden Begriffen. Ganz besonders schlimm sind die vielen Funktionsbezeichnungen innerhalb der nationalsozialistischen Hierarchie und der Wehrmacht, die in dieser Präzision vielleicht nicht jedem absolut geläufig sind.
Der Journalist und Schriftsteller Marc Lemonier bietet mit diesem Buch eine Art Compendium zum Roman: biographisches Lexikon der im Roman erwähnten, nicht-fiktiven Personen, Karten, um das Kriegsgeschehen visuell nachzuvollziehen, Organigramm des nationalsozialistischen Apparats und der Wehrmacht und allerlei weitergehende Informationen.
La mort est mon métier
von Robert Merle
Im Mittelpunkt des Romans, erschienen 1952, steht der Auschwitz-Kommandant Rudolf Lang, alias Rudolf Höß, der in der Ich-Form berichtet: Er beginnt bei seiner Kindheit und dem autoritären Vater, erinnert sich dann an seine Kämpfe im ersten Weltkrieg und an seine NSDAP-Karriere, um schließlich über seine Tätigkeit in Auschwitz zu berichten.
Für seinen Roman stützte sich Robert Merle unter anderem auf Verhörprotokolle aus dem Nürnberger Prozess sowie auf Notizen von Höß selbst, und studierte Fakten sowie Biographie der Hauptperson sehr gründlich. Der Roman zeigt, durch welche Mechanismen eine banale Persönlichkeit zu einem solchen Monster wird, das sorgfältig, systematisch, effizient und ohne nennenswerte Gefühlsregungen den Tod mehrerer Millionen Menschen organisiert: aus Treue zu seinem Vorgesetzten Himmler, aus blindem Pflichtgefühl.
Insofern ein Roman, der die Thesen von Hannah Arendt über die Banalität des Bösen hervorragend illustriert.
In Deutschland wurde der Roman 1977 verfilmt („Aus einem deutschen Leben") mit Götz George in der Hauptrolle.