Bücher aus Frankreich - Französische Bücher - Picouly

Picouly, Daniel

Daniel Picouly wurde 1948 als elftes Kind einer einfachen Arbeiterfamilie geboren. Sein Vater kam aus der Martinique, seine Mutter aus dem Morvan, und in vielen seiner Werke beschäftigt er sich mit dem Thema der Mischehen und des Rassismus.
Besonders schön zu lesen sind seine Kindheits- und Jugenderinnerungen, die eine längst entschwundene Atmosphäre heraufbeschwören und nur so vor Witz und Lebenslust sprühen. Außerdem ist er Verfasser üppiger, preisgekrönter historischer Romane in der besten Dumas-Tradition, sowie etlicher Kinderbücher.
Folgende Titel von und über Daniel Picouly - französische Ausgabe sind zu finden bei Pages de France
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68, mon amour

Als die Revolte von Mai 68 in Frankreich bereits bürgerkriegsähnliche Zustände erreicht hatte, flog De Gaulle am 29. Mai 1968 nach Baden Baden, um General Massu zu treffen. Diese nicht angekündigte Reise führte zu wilden Spekulationen und zu einigen Irritationen, doch nach einigen Stunden kam De Gaulle wieder. Am 30. Mai hielt er die Radioansprache, die die Ereignisse stoppte, indem er Neuwahlen ankündigte.

Daniel Picouly, der zu dieser Zeit genau 20 Jahre alt war, liefert hier den Roman über diesen schicksalhaften 29. Mai 1968. Stunde um Stunde berichtet er über die Ereignisse, indem er sich in die Haut zahlreicher Protagonisten versetzt, um ihrer Sicht der Dinge Ausdruck zu geben.
Er versetzt sich sogar in die Haut von De Gaulle, der ernsthaft von Zweifeln ergriffen wird...
Es entsteht ein kaleidoskopischer Überblick über Mai 68, der auf einer gelungenen Alchimie zwischen den echten Fakten und der Fantasie dieses humorvollen Schriftstellers beruht.
Ein wunderbarer Roman !

Remue-méninges d'été pour les adultes

Spiele, Witze und Knobelspiele, um den Hirnmuskel auch im Urlaub in Bewegung zu halten...

Les colonies de vacances

Erinnerungen von Daniel Picouly an die schönsten Zeiten seiner Kindheit: die Aufenthalte im Ferienlager. Jeder, der schon mal „dabei“ war, wird sich in diesem Nostalgie-Buch erkennen und an die Fotos und Erzählungen seinen Spaß haben: die Ausflüge, die sportlichen Wettbewerbe, die Mädchen vom Schlafraum nebenan, den Sternenhimmel am Lagerfeuer... - für viele unter uns eine unwiederbringliche Zeit.

L'enfant léopard

16. Oktober 1793: In ihrer Zelle bereitet sich Marie-Antoinette auf den Tod, hat aber den Wunsch geäußert, noch ein letztes Mal das „Leopardenkind“ sehen.
Es wird gemunkelt, daß das Leopardenkind, das wegen einer Hautkrankheit zu seinem Spitznamen kam, ein uneheliches Kind von Marie-Antoinette ist und ihr unmittelbar nach seiner Geburt entrissen wurde. Niemand weiß, wo es heute versteckt wird.
Zwei schwarze Söldner, ehemalige Mitkämpfer des Pariser Marquis d'Andercon im amerikanischen Bürgerkrieg und nun in Paris wohnhaft, kämmen die ganze Stadt auf der Suche nach diesem mysteriösen Leopardenkind.
Man fiebert bis zum Ende des Romans und selbst wenn die Geschichtsbücher in Bezug auf den Ausgang der Geschichte eindeutig sind, hofft man trotzdem bis zum Ende, daß Marie-Antoinette noch vor der Guillotine gerettet werden und mit ihrem unehelichen Kind Wiedersehen feiern kann...
Ein üppiger historischer Roman, mit sehr viel Witz geschrieben, den Dumas bestimmt auch gemocht hätte.
Prix Renaudot 1999

La treizième mort du Chevalier

Man könnte sagen, daß dieser historische Roman ein Plädoyer gegen den Rassismus und für das Recht ist, auf seine Wurzeln stolz zu sein, auch wenn man eine schwarze Haut hat.
Aber damit wäre dem Schreibtalent von Daniel Picouly nicht Rechnung getragen. Der Roman, der sozusagen auf „Enfant léopard“ folgt, ist ein spannender, flotter, witziger und lebendiger historischer Roman mit vielen Handlungssträngen. Es geht um den Mestizen und Chevalier de Saint-George, möglicherweise Liebhaber von Marie-Antoinette gewesen, um das Geheimnis vom gerade verstorbenen Beaumarchais, um Duelle, um geheime Theaterspiele...
Ein Feuilleton-Roman nach bester Dumas-Tradition.

Paulette et Roger

Der Erzähler in diesem Buch... ist eigentlich noch gar nicht geboren...
Daniel Picouly katapultiert sich als 12- oder 13-jähriges Kind nach Vauzelles ins Jahr 1943, wo ein schwarzer Mann aus Martinique mit einer weißen Frau anbandelt. Es ist die Zeit der deutschen Besatzung, der schwarze Mann entschärft ungesprengte Bomben, die weiße Frau ist Witwe und versucht, ihre 9 Kinder, so gut es geht, durchzubringen. Und es sollen noch weitere Kinder folgen, weil die beiden heiraten und irgendwann Eltern des Autors werden...
Eine ungewöhnliche Sicht der Geschichte vor der eigenen Geburt, frech, flott und sehr witzig, wie so oft bei Daniel Picouly.


Le champ de personne

Daniel Picouly erzählt in diesem Buch seine Kindheit in einem Pariser der 50er Jahre. Ein großartiges Buch, voll von tausend kleinen Details, sehr lebendig geschrieben, in dem jedes kindliche Abenteuer zum heroischen Epos wird, mit sehr viel Humor dargestellt...
Lesevergnügen vom Feinsten.

Le coeur à la craie

Nach „Le champ de personne“ schreiben wir mittlerweile die 60er Jahre, der Erzähler und sein bester Freund Bonbec sind 9 Jahre alt und es zählt nur noch eins: die Mädchen.
Der Erzähler und Bonbec brauchen ein Mädchen, eine erste Liebe, eine Liebe auf den ersten Blick, um jeden Preis. Ein Mädchen, dem man Blumen schenkt, Gedichte schreibt, bei dem man ein Held sein kann, ein großer Liebhaber. Wie Papa.
Daniel Picouly erzählt hier mit Talent und sichtlichem Spaß von all seinen Mädchen zwischen 9 und 13 Jahren. Manche „erste Lieben“ waren schön, manche waren pathetisch, manche waren nur erträumt, weil das ersehnte Mädchen gar nicht wollte, und dann gab es für einen Sommer tatsächlich eine erste Frau...

Fort de l'eau

Der Erzähler aus „Le champ de personne“ berichtet weiter von seiner Jugend – inzwischen ist er 14 Jahre alt – und insbesondere von einem schicksalhaften Sommer in Fort de l'eau, einem Strand an der algerischen Küste nahe Algier.
Ein schicksalhafter Sommer, weil der junge Erzähler allmählich eine sehr vitale Sexualität entwickelt, und auch weil es der Sommer 1962 ist, in dem Marilyn Monroe starb und Algerien unabhängig wurde. Der Erzähler wirft einen naiven Blick auf das Weltgeschehen und erklärt all diese Dinge auf seine Art...

Un beau jeudi pour tuer Kennedy

An diesem Donnerstag, 4. Juni 1964, muß der Erzähler, bereits aus „Le champ de personne“ et „Fort de l'eau“ bekannt und inzwischen 15 Jahre alt, eine schwere Entscheidung treffen. Auf der einen Seite hat er diese Biologiearbeit vorzubereiten. Morgen ist die Klassenarbeit und wenn er keine gute Note bekommt, wird er wohl sitzen bleiben müssen. Und was würde seine Mutter dazu sagen...?
Aber auf der anderen Seite gibt es doch einige recht spannende Angelegenheiten, die keinen Aufschub dulden. Wie zum Beispiel Marie-France, im Wohnblock gegenüber. Die Chancen stehen gut, sie heute endlich küssen zu können, und von noch mehr wird man auch mal träumen dürfen. Außerdem hat sich des Erzählers bester – etwas übergeschnappter - Freund auf dem Dach des Wohnblocks mit einer Flinte verschanzt und ist fest entschlossen, von dort oben Kennedy zu ermorden. Da Kennedy sich aber wohl kaum in eine Arbeiter-Hochhaussiedlung in der Nähe von Paris verirren wird, ganz abgesehen davon, daß er schon tot ist, wird der Killer in spe sich mit dem ersten besten begnügen, der in einem Auto vorbeifährt...
Sehr flotte Jugenderinnerungen.