Bücher aus Frankreich

Georges Simenon

„Verstehen, nicht urteilen" war die Devise von Simenon.

Er wurde 1903 in Lüttich geboren und starb 1989 in Lausanne. Dazwischen war er zunächst einmal Journalist für die „Gazette de Liège" und ein großer Reporter und Photograph. Bekannt wurde er vor allem als der Vater von Maigret, doch er hinterließ insgesamt über 200 Romane sowie über 150 Erzählungen, die auch ohne Maigret-Hauptfigur sehr lesenswert sind.
Folgende und viele weitere Titel von Georges Simenon - französische Ausgabe sind zu finden bei Pages de France
Alle Bücher in FRANZÖSISCH.
 

La maison du canal

von Georges Simenon

Die 16-jährige Edmée hat ihren Vater verloren und wird zu ihrem Onkel aufs Land geschickt. Als sie dort ankommt, erfährt sie allerdings, daß auch ihr Onkel gerade verstorben ist.
Edmée ist in tiefer Trauer und in dieser fremden Umgebung in höchstem Maße verunsichert – bis sie ihre Wirkung auf Männer bemerkt. Nach und nach findet sie immer mehr Gefallen an überzogene Forderungen, die ihr Cousin Jef ihr fast aus den Augen abliest.
Doch ihr älterer Cousin Fred sieht mit verdächtigem Auge zu und verfällt ihrem Charme nicht...

La mort de Belle

von Georges Simenon

Spencer Ashby, ruhiger Lehrer in einem amerikanischen Städtchen, hat nichts zu verbergen, liebt seine Frau, geht seinem Hobby nach und ist glücklich und zufrieden.
Zur Zeit wohnt Bella im Lehrerhaushalt. Bella ist die Tochter einer Freundin der Familie, die für längere Zeit in Europa reist. Spencer Ashby kümmert sich wenig um Bella, geht ihr sogar eher aus dem Weg. Als seine Frau an diesem Abend zu ihrem Bridgeclub geht, schließ sich Spencer in seinem Hobbyraum ein und kümmert sich nicht um Bella.
Als sie am nächsten Morgen auf ihrem Bett erwürgt aufgefunden wird, nimmt allerdings das Drama seinen Lauf.
Zunächst wird Spencer verdächtigt, ihm kann der Mord jedoch nicht bewiesen werden und er wird freigelassen. Doch für die Menschen in diesem beschaulichen Städtchen ist ein freigesprochener Mann nicht zwangsweise auch unschuldig... Und hier beginnt Spencers Alptraum erst...

La nuit du carrefour

von Georges Simenon

Der dänische Stoffhändler Carl Andersen kam vor drei Jahren mit seiner Schwester nach Frankreich und lebte seitdem unauffällig, bis man in seinem Auto die Leiche eines Diamantenhändlers fand.
Carl Andersen beteuert seine Unschuld. Und nach 17 Stunden Verhör ist er immer noch so ruhig wie am Anfang und hat Maigret ins Zweifeln gebracht.
Maigret läßt ihn frei.
Einige Tage später beschließt Maigret, Carl Andersen zu Hause zu besuchen. Als er vor dem Haus steht, hält ein Wagen an, eine sehr gut bekleidete Dame steigt aus, ein Schuss fällt, und die Dame bricht tot auf der Straße zusammen. Es war die Frau des Diamantenhändlers, die über den Tod ihres Mannes Nachforschungen anstellen wollte.
Maigret versteht, daß er vor einem viel komplizierteren Fall steht als zunächst angenommen...

La patience de Maigret

von Georges Simenon

Seit Jahren schon überwacht Maigret den alten Palmari, der zwar im Rollstuhl sitzt, den Maigret jedoch verdächtigt, eine Bande von Schmuckdieben zu leiten.
Maigret hat viel Zeit und viel Geduld. Und als der alte Palmari eines Tages ermordet wird, weiß Maigret bereits viel über ihn, über seine Geliebte und über deren zweiten Liebhaber, den Vertreter Fernand Barillard...
Mit all diesen Informationen schafft Maigret die rasantesten Ermittlungen seiner Karriere: In zwei Tagen ist der Fall abgeschlossen und gelöst.

La pipe de Maigret

von Georges Simenon

Maigret vermisst seine Pfeife und kommt zu dem Schluß, daß sie ihm gestohlen worden ist, was er sich schlecht vorstellen kann. Doch allmählich schwant ihm, wer es gewesen sein kann.
Er macht sich also auf dem Weg zum vermeintlichen, jugendlichen Pfeifendieb und findet eine aufgelöste Mutter vor: Ihr Sohn ist verschwunden !
Nun sucht Maigret nicht nur seine Pfeife, sondern den Pfeifendieb...

La première enquête de Maigret

von Georges Simenon

Bei der mächtigen Familie Gendreau-Balthazar ist ein Mord verübt worden, doch niemand will sich bei dieser angesehenen Gesellschaft unbeliebt machen. Da kommt ein junger Kommissariatssekretär gerade recht, um diese schwierige Untersuchung zu führen. Und wenn seine Karriere daran brechen sollte, was soll's.
Doch der junge Sekretär ist Jules Maigret, und er hat nicht die Absicht, sich etwas vormachen zu lassen.
Maigret löst den Fall auf sehr geschickte Weise und lernt dabei etwas für sein ganzes Leben: Daß die Reichen manche Vorteile genießen, auf die andere Gesellschaftsklassen keinen Anspruch haben...

La tête d'un homme

von Georges Simenon

Ein Mann ist zum Tode verurteilt, die Vollstreckung steht kurz bevor... Und Maigret ist von dessen Unschuld felsenfest überzeugt.
Was tun?
Selbst wenn er den wahren Schuldigen finden sollte, wäre es für den Verurteilten leider zu spät... Also trifft Maigret eine der schwierigsten Entscheidungen seiner Karriere: Er sorgt dafür, daß der Verurteilte aus seiner Zelle fliehen kann, um bei der Suche nach dem wahren Mörder Zeit zu gewinnen.
Ein sehr gewagtes Spiel, das ihn seine Stellung kosten kann...

Le charretier de la Providence

von Georges Simenon

In einem Kanal ist die Leiche einer Frau geborgen worden, Maigret untersucht den Fall.
Niemand kennt die Frau, und selbst der Schleusenwärter, der das gesamte Schiffsvolk kennt, weiß nichts über ihre Identität.
Wenn der Täter im Kreis der Schiffsfahrer zu suchen ist, hat Maigret schlechte Karten: Seit dem Mord sind alle weitergefahren und nicht mehr aufzufinden...
Doch glücklicherweise findet sich doch eine Spur. Eine Yacht macht im Hafen fest und der Schiffer entpuppt sich als der Ehemann der Tote...

Le chat

von Georges Simenon

Emile und Marguerite Bouin haben sich nichts mehr zu sagen. Und wenn Kommunikation unbedingt notwendig wird, dann geschieht sie über Zettel.
Im Alltag achten sie gezielt darauf, den anderen auf jede erdenkliche Art zu verletzen, seit dem Tag, an dem sie seine Katze ermordete und er daraufhin ihren Papagei zu Tode folterte...
Eines Tages hat Emile endgültig genug von diesem Grabenkrieg und zieht die Konsequenzen...

Le chien jaune

von Georges Simenon

Es ist Abend im stürmischen Concarneau. Ein Weinhändler verläßt das Café, ein Schuß fällt, der Weinhändler bricht tot in einem Hauseingang zusammen.
Maigret wird nach Concarneau geschickt, um den Mord zu untersuchen, und er beginnt seine Ermittlungen im Café, aus dem der Weinhändler am Abend seines Todes kam.
Durch Zufall merkt der Wirt, daß alle Gläser Strychnin enthalten: Um ein Haar wäre nicht nur Kommissar Maigret, sondern auch die halbe Stadt gleich mit in den Tod befördert worden – welch ein Schrecken!

Le coup de lune

von Georges Simenon

Joseph Timar hat einen Arbeitsvertrag in der Hand, als er im Hafen von Libreville von Bord geht. Doch die Firma stellt niemand mehr ein. Alles nur ein Traum gewesen...
Joseph versucht in diesem fremden Land seinem Leben eine sinnvolle Richtung zu geben und wird zum Pächter...

Le fou de Bergerac

von Georges Simenon

Unterwegs nach Bordeaux wird Maigret im Zug durch Zufall verletzt und wacht in Bergerac im Krankenhaus auf. Dorthin hatte ihn ein Freund eingeladen, doch ganz so dramatisch sollte der Aufenthalt nicht verlaufen... zumal die Polizei von Bergerac aus unerfindlichen Gründen überzeugt ist, in Maigret den Serienmörder zu erkennen, der in letzter Zeit reihenweise Frauen ermordet.
Maigret kann es kaum glaube: er wird verhört!
Dank seines Freundes kann er beweisen, daß er kein verrückter Mörder, sondern der Kommissar Maigret aus Paris ist – ups... - und siedelt ins Hotel um. Als Madame Maigret nachkommt, um ihm die Genesungszeit zu versüßen, schickt er sie stellvertretend auf Ermittlungen, während er im Bett liegt, sich von seiner Verletzung erholt und nachdenkt... Und natürlich den Serienmörder von Bergerac dingfest macht.

Le Grand Bob

von Georges Simenon

Der Große Bob, wie sie ihn alle nannten, war immer fröhlich, hatte immer einen Scherz auf den Lippen, kümmerte sich rührend um seine Frau, die er aufrichtig liebte, so wie sie ihn...
Unverständlich, daß sich so einer umbringt.
Sein Freund Coindreau will es verstehen. Er sucht in der Vergangenheit des Großen Bob nach einer Erklärung, und wird auch fündig...

Le Haut Mal

von Georges Simenon

Madame Pontreau findet ihren Schwiegersohn nicht gut genug, außerdem braucht sie Geld, um den Hof zu finanzieren... Eine wunderbare Gelegenheit ergibt sich, die alle ihre Probleme schlagartig löst: der Schwiegersohn wird ermordet, es sieht nach einem Unfall aus und niemand denkt sich etwas dabei.
Wirklich niemand?
Die alte Zugehfrau, die denkt sich etwas. Und sie treibt sich in letzter Zeit viel um den Hof herum. Und sie braucht auch Geld...

Le passage de la ligne

von Georges Simenon

Steve Adams ist Sohn eines Engländers und einer Französin. Er ist in Frankreich aufgewachsen, im Kreise seiner mütterlichen Familie, die sich um den Sohn wenig kümmerte.
Der Erzähler Steve läßt sein Leben Revue passieren...
Ein für Simenon eher ungewöhnlicher Roman, in dem keine Verbrechen vorkommen und der schlicht ein Leben erzählt.

Le passager clandestin

von Georges Simenon

Nach dem Tod eines englischen Kino-Magnats macht sich Major Owen, ein Freund der Familie, auf der Suche nach dem Erben, um ihm die frohe Kunde seines neuen Reichtums zu bringen. Die Spur führt nach Tahiti.
Bereits auf dem Schiff entdeckt Owen einen blinden Passagier, eine im Rettungsboot versteckte junge Frau, die ebenfalls auf der Suche nach dem Erben ist; und in Tahiti selbst ist eine weitere, finstere Figur auf der Suche nach dem Erben...

Le passager du Polarlys

von Georges Simenon

Ein Dampfer verläßt den Hamburger Hafen mit Kurs auf Norwegen und bald ereignen sich allerlei ärgerliche Pannen. Als ein Passagier ermordet wird, steht für den Kapitän zweifelsfrei fest: das ist der „Böse Blick“.
Trotzdem geht er auch sachlicheren Gedanken nach: Ein Mord an Bord impliziert nämlich, daß der Täter immer noch da ist... Wer kann das sein?

Le pendu de Saint-Pholien

von Georges Simenon

Maigret beobachtet in Brüssel einen sehr ärmlich gekleideten und wirkenden Mann, der in einem Café mit großen Scheinen bezahlt und beschließt spontan, dem Mann zu folgen. Als der Mann sich einen Koffer kauft, kauft sich Maigret exakt den gleichen. Als der Mann in den Zug nach Bremen steigt, steigt auch Maigret in den gleichen Zug.
Während der Fahrt tauscht Maigret die Koffer aus, nachdem er den frisch gekauften Koffer mit Zeitungspapier vollgestopft hat.
In Bremen geht der Mann ins Hotel, Maigret auf seinen Fersen, und merkt plötzlich, daß sein Koffer ausgetauscht wurde – und bringt sich um.
Maigret ist etwas zerknirscht, zumal der ursprüngliche Koffer des Unbekannten nichts ungewöhnliches enthält, und vor allem nichts, was ihm einen Hinweis auf den Grund dieses Selbstmords geben könnte...

Le petit homme d'Arkhangelsk

von Georges Simenon

Wenn man den Bouquinisten Jonas Milk fragt, wo seine junge und hübsche Frau ist, antwortet er vage, daß sie nach Bourges gereist ist. Doch die Tage vergehen und die Frau taucht nicht wieder auf... Wie eine unaufhaltsame Woge verbreiten sich Gerüchte und Verdächtigungen, bald stößt der kleine Bouquinist auf die Ablehnung aller... Der kleine Mann kam vor Jahren aus Russland nach Frankreich und hat inzwischen die französische Staatsbürgerschaft, doch für viele ist er ein Fremder geblieben.
Er ist unschuldig und hat seiner Frau nichts getan, genau genommen hat eher ihm seine Frau etwas angetan, indem sie mit seiner wertvollen Briefmarkensammlung verschwunden ist. Doch für viele Menschen in dieser engen Kleinstadt passt das eben nicht ins Bild...

Le Petit Saint

von Georges Simenon

Louis bekam früh als Kind seinen Spitznamen: der „kleine Heilige“.
Er wollte nur Ruhe, er wollte nur für sich sein und das Leben der anderen beobachten: das Leben der Nachbarn, seiner Geschwister, seiner Mutter, die jede Nacht einen anderen Mann nach Hause nahm, um die Kinder zu ernähren...
Er wollte nicht kämpfen und sich durchsetzen – wofür ?
Schließlich wurde er Künsler...
Der Roman kann nicht zu den Kriminalromanen gezählt werden, wohl aber zu einigen der besten Sozialstudien von Simenon.